Pflegefamilie überlastet: Kleine Anna (9) Eltern unter Mordverdacht
Ein neunjähriges Mädchen aus Bad Honnef ist vermutlich durch Fremdeinwirkung gestorben, ihre Pflegeeltern wurden festgenommen. Es verdichten sich Hinweise auf ein Fremdverschulden, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender am Freitag. Der Körper des Mädchens weise zahlreiche Hämatome auf. Ungeklärt war bis zum Freitagabend, wie es zum Tod durch Ertrinken kommen konnte.
Die Eltern hatten am Donnerstagabend laut Staatsanwaltschaft Hilfe gerufen, da das Kind in der Badewanne verunglückt sei. Sanitäter versuchten die kleine Anna zu reanimieren, scheiterten aber. Das Kind starb wenig später in der Kinderklinik St. Augustin. Die Mordkommission wurde eingeschaltet. Die Eltern gaben an, das Mädchen neige dazu, sich selbst zu verletzen.
Der Rettungsdienst wurde am Donnerstag kurz vor 21 Uhr alarmiert, sagte ein Polizeisprecher. Die Sanitäter fanden die kleine Anna bewusstlos in der Wohnung ihrer Pflege-Eltern. Sie war mit blauen Flecken übersät. Das berichteten die Rettungskräfte. Es gibt unterschiedliche Informationen darüber, wer die Rettungskräfte alarmiert hat. Laut 'Spiegel Online’ sagte ein Polizeisprecher, die Pflege-Mutter sei es gewesen. Anderen Medieninformationen zufolge waren es die Nachbarn, die Hilferufe aus der Wohnung gehört und daraufhin den Rettungsdienst verständigt hatten.
Notruf wurde schon öfters alarmiert
Die Schreie waren anscheinend nichts Neues: Nach RTL-Informationen hatten die Bewohner von nebenan in letzter Zeit schon drei Mal den Notruf alarmiert, weil sie Hilferufe des kleinen Mädchens gehört hatten. Angeblich hatte der Pflegevater dafür immer eine Ausrede. So habe er erklärt, sein Kind schreie, weil es eine Wasserphobie habe. Damit hätten sich die Nachbarn nach eigenen Angaben abgefunden.
Eine Anwohnerin will vorgestern sogar gesehen haben, wie Anna aus dem Fenster sprang, um wegzulaufen: "Ich bin gerade reingekommen, wir wollten Kaffee machen. Dann hörte ich den Schrei und sah das Mädchen unten. Da lag sie und wurde festgehalten vom Stiefbruder oder vom Sohn der Mutter.“ so die Frau gegenüber RTL.
Anna war ein Pflege-Kind und lebte nach Angaben der Nachbarn seit eineinhalb Jahren in der Familie. Das Kind war vom Jugendamt der Nachbarstadt Königswinter an sie vermittelt worden. Die Verwaltung von Königswinter kündigte interne Untersuchungen an. Ein Sprecher der Stadt sagte, die Stadt werde Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft unterstützen.
RTL | INHR
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