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Polizei: Tumult nach Stadtfest in Bad St Leonhard

Gespeichert von Reichmann am/um 28 Juli, 2010 - 15:23

Bad St LeonhardImmer lauter werden die Stimmen, dass Österreich langsam zu einem Polizeistaat verkomme, immer schärfer die Vorwürfe betreffend unangemessener Gewalt seitens der Polizei. Das zeigen auch die Beschwerden bei Volksanwaltschaft und UVS. In den frühen Morgenstunden des 25. Juli 2010 kam es nun auch im beschaulichen Bad St. Leonhard im Lavanttal zu Vorfällen, die nunmehr die zuständigen Stellen beschäftigen werden.

Flüssiger Festausklang in Bad St. Leonhard

Nach einem harten Studiensemester sollte das Fest in seiner Heimatgemeinde eigentlich eine willkommene Abwechslung sein. Ein gepflegter Umtrunk mit Freunden und ehemaligen Schulkollegen. Dass es da nicht bei ein paar kleinen Getränken bleibt hat so eine Festlichkeit so an sich. Gegen 5 Uhr schlenderte der 25-Jährige durch die beinahe menschenleeren Straßen der kleinen Stadt nach Hause. Vor einem Tresen befinden sich noch ein paar übrig gebliebene Gäste und auf der Theke stand eine gefüllte Flasche Vodka. Artig wurde bei den Umherstehenden nach dem Eigentümer der Flasche gefragt. Als Antwort kommt aber nur ein mürrisches „die gehört niemandem“. Daraufhin schenkte sich der Student einfach ein Gläschen ein und füllte – den Durst der anderen Gäste erahnend – auch den anderen Gästen nach.

Plötzlich schrie ein etwa 40-jähriger Gast in an, dass es jetzt reiche, sprang auf ihn zu und drehte dem Studenten die Hand auf den Rücken, warf ihn zu Boden und fixierte ihn. Bei diesem Manöver wollte sich der Student aus dem Griff befreien und traf den Angreifer laut Schilderung im Festnahmebericht am Auge. Wie Recherchen ergaben handelte es sich bei dem geübten Angreifer keineswegs um einen ortsbekannten Gasthausraufer, sondern um einen Polizeibeamten von der Dienststelle Wolfsberg. Der Polizeibeamte war privat mit seinem Bruder und Bekannten am Fest anwesend.

Die Odyssee beginnt

Die herbeigerufene Polizeistreife legte dem jungen Mann Handschellen an und verbrachte in auf den Polizeiposten Bad St. Leonhard. Dort sagte der Festgenommene den Beamten mehrmals, dass er große Schmerzen habe und man die Handschellen lockern solle. Als das nichts half begann der Student die Beamten zu beschimpfen und zu bespucken, die Handschellen wurden trotzdem nicht gelockert. Kurz danach wurde der Student in Handschellen und Mundschutz auf den Polizeiposten Wolfsberg verbracht, wo er amtsärztlich untersucht wurde. Die Untersuchung ergab einen Atemalkoholgehalt von über 2 Promille.

Wegen der erheblichen Verletzungen, die der Student erlitten hatte, wurde er nach der Freilassung zur Untersuchung ins Landeskrankenhaus Wolfsberg gebracht.

Massive Verletzungen

Die Untersuchungen haben ergeben, dass der junge Mann wegen der viel zu eng fixierten Handschellen am Handgelenk erheblich verletzt wurde. Ebenso wurden zahlreiche Abschürfungen, Prellungen und eine gebrochene Zehe attestiert.

Anzeigen

Der Student wurde wegen leichter Körperverletzung und Widerstandes gegen die Staatsgewalt angezeigt. Jetzt wird jedoch zu klären sein, wer dem Festgenommenen die erheblichen Verletzungen zugefügt hat. Das Landeskrankenhaus Wolfsberg hat jedenfalls bereits Anzeige erstattet. Verdacht auf Körperverletzung und Quälen eines Gefangenen stehen jedenfalls im Raum.

Der Betroffene erklärte gegenüber INHR: „Ich habe mich überhaupt nicht mehr ausgekannt was da los ist. Ich hatte unglaubliche Schmerzen und habe mehrfach gebeten, dass die Beamten mir endlich die Handschellen lockern sollen. Als das alles nichts half und ich wütend war, habe ich die Beamten beschimpft und auch angespuckt. Weiters durfte ich auch nicht telefonieren und sollte einen Bericht unterschreiben, den er zuvor nicht lesen durfte".

Ankündigung

Zur Mahnung

Zweifle nie daran,
dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen
die Welt verändern kann.
Tatsächlich sind das die einzigen,
die das je getan haben.

Margaret Mead

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