Gespeichert von LittleBuddha am Do, 04.01.2007 - 15:35:55

Jugendliche RaucherSeit 1. Jänner 2007 bekommt man bei Zigaretten-Automaten nur noch mit Bankomatkarte und Kleingeld die gewünschte Packung "Sargnägel".

Österreichs Kinder und Jugendliche sollen nicht nur in Punkto Alkoholmissbrauch besser geschützt werden, nein, in Sachen Tabak spricht der Gesetzgeber klare Worte. So darf der junge Österreicher erst ab Vollendung des 16. Lebensjahr das Nikotin aktiv inhalieren. Während jeder weiß wie es auch um die passive Rauchinhalation steht, will man zumindest beim Konsum von Tabakware den Jugendschutz hochhalten. Das Int. Network of Human Rights deckt wieder einmal auf: Die Jugendwohlfahrt in Kärnten nimmt es mit Jugendschutz nicht so genau!

Wie bereits im Fall der 15 jährigen Lena unter dem Titel "bei uns kostet a stangan zigaretten 4,90" aufgedeckt, wird in Einrichtungen der Freien Jugendwohlfahrt unter Aufsicht von Christine Gaschler-Andreasch (SPÖ) vom Amt der Kärntner Landesregierung, Abteilung 13, gequalmt wie noch nie.

Einerseits investiert man in die Umrüstung von rund 6000 Zigarettenautomaten pro Stück rund Euro 1.000,00 das in Summe rund 6 Millionen Euro ausmacht, andererseits verleitet man Jugendliche gerade in Kinderheimen und Wohngruppen zum Rauchen.

So schreibt die 13-jährige Nina (Name geändert) aus Klagenfurt in einem Brief an ihre Freundin Patricia (Name geändert):

Mittels Bankomatkarte sollten Kids unter 16 Jahren vom Zigarettenautomaten abgehalten werden. Erste Beobachtungen zeigen jedoch, wie raffiniert die Kinder und Jugendlichen an das begehrte Gut "Zigaretten" herankommen. So bedient man sich eben älterer Freunde oder bittet schon mal einen Erwachsenen um Mithilfe.

"Kinder sollen wenn schon eine Taschengeldaufbesserung bekommen und lernen mit Geld richtig umzugehen. Daher verstehe ich die Verantwortlichen in Kärnten nicht, in ihren Einrichtungen so etwas zuzulassen. Ich hätte mir gedacht, dass die Erwachsenen mit gutem Beispiel vorangehen und die Politik wird sich mit den geltenden Gesetzen auch etwas dabei gedacht haben. An die Verantwortlichen und nicht zuletzt Frau Gaschler kann ich nur appellieren und diese Art von Belohnungssystem überdenken. Gerade Mädchen neigen mehr und mehr zur Abhängigkeit bei Nikotin und Alkohol. Der Griff zu einer Haschisch-Zigarette oder Canabis und härteren, illegalen, Drogen ist dann nicht mehr weit."

Erst im vergangen Jahr haben sich verhaltensauffällige Jugendliche in der sozialpädagogischen Wohngruppe "Lebensraum Heidlmayr Kremsmünster", wir haben berichtet, zuerst mit Alkohol aufgeputscht und sind anschließend auf die Erzieherinnen losgegangen. Die handfeste Auseinandersetzung endete für die Burschen schließlich mit einem Aufenthalt in der JVA Steyr.

Bemerkenswert scheint übrigens auch die Tatsache, dass Automaten in Lokalen nicht umgerüstet wurden. Dort sollen die Kellner auf Einhaltung des Jugendschutzgesetzes achten. Wie aber eine Kellnerin aus Innsbruck gegenüber ORF Tirol bestätigt, passiert dies praktisch nicht.

Wir kommen zum Fazit, dass die Investition von 6 Millionen Euro für mehr Jugendschutz wieder einmal eine Fassade bleibt und die praktische Umsetzung bereits im Amtsschimmel "Jugendwohlfahrt" verhängt.