Gespeichert von LittleBuddha am Di, 31.07.2007 - 16:27:40

  Vor wenigen Monaten machte der Fall dreier Mädchen aus Oberösterreich in den Medien von sich Reden. Mitten drin die Psychotherapeutin und Leiterin des Weidenhof in Kärnten, Waltraud Kubelka-Chimani. Diese hat nun für Eva Mückstein, ihres Zeichens bekannt als fragwürdige Gutachterin und Vorsitzende des Berufsverbandes der Psychotherapeuten, zuviel geplaudert. Nun soll ein Schiedsverfahren gar über das mögliche Berufsverbot der Weidenhof Betreiberin als letzte Konsequenz entscheiden.

Waltraud Kubelka-Chimani wehrt sich und verweist auf den Vater der drei Mädchen die sieben Jahre lang von ihrer Mutter isoliert wurden. Dieser hätte die Geschichte als erster einem Journalisten erzählt und sie habe nur Details genannt, die bereits aus den Medien bekannt waren.

Anders sieht das Eva Mückstein und glaubt zu wissen, dass Waltraud Kubelka-Chimani zuviel Medienarbeit geleistet hat. Diese weist aber solche Vorwürfe gegenüber dem ORF zurück und brüstet sich gar damit, dass von den Kindern dank ihrer Schützenhilfe keine Bilder angefertigt werden konnten.

Patricia Göller von der Initiative Sorgentreff in Tirol kennt dieses Hick-Hack bereits zur Genüge und verweist auf die gängige Praxis in österreichischen SOS Kinderdörfern: "Ich kenne beispielsweise die Vorgehensweisen des Psychologen Marko Stern aus dem SOS Kinderdorf Moosburg in Kärnten. Zuerst spricht er mit den Kindern, um dann den Dorfleiter und die betroffene Kinderdorfmutter mit Details zu versorgen. Diese wiederum drängen im Falle eines anstehenden Gutachtens die Kinder zu einschlägigen und für die Organisation vorteilhaften Aussagen. z.B. Ich möchte gerne im SOS Kinderdorf bleiben, denn ich möchte nicht nach Hause zurück". Seitens der leiblichen Eltern häufen sich bei Sorgentreff die Beschwerden, weshalb Göller nun den Gang zu Gericht plant. "Wir prüfen derzeit rechtliche Schritte gegen SOS Kinderdorf Österreich und werden natürlich auch das Gesundheitsministerium in diese Missstände involvieren", sagt Göller abschließend gegenüber INHR Online.

In der Causa Weidenhof ermittelt das Gesundheitsministerium bereits und stellt, wie es dort heißt, den Fall unter Beobachtung. Naturgemäß möchte man die Erhebungen des Schiedsverfahrens abwarten und dann endgültige Schlüsse ziehen.

Während es Jugendämter mit dem Datenschutz gegenüber "kritisch fragenden Journalisten" sehr genau nehmen, kam es sogar bei INHR Betroffenen vor, dass Jugendamtsakten von Geschwistern beispielsweise zwischen SOS Kinderdorf und der Lebensraum Heidlmair GmbH rege getauscht wurden. Sogar unbeteiligte Anwälte kamen in den Genuß pikanter Informationen. Betroffen sind dabei laut Sorgentreff insbesondere jene Eltern, deren Kinder in unterschiedlichen Einrichtungen untergebracht sind.

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