Im ganzen Land werden plötzlich misshandelte und vernachlässigte Kinder entdeckt. Der Vorwurf, der Staat habe versagt, ist wahr: Er macht die Eltern zu Arbeitsmaschinen und verwaltet die lästigen Kinder am liebsten selbst. Das ist erstens falsch und zweitens funktioniert es nicht.
2008 flog Prof Max Friedrich aus Wien auf, nachdem er tausende falsche Gutachten erstellt haben soll. Seit 2009 steht der Salzburger Gutachter Dr. Bachler wegen des Verdachtes des Betruges und falscher Beweisaussage vor Gericht. Nun hat es den Psychiater Dr. Reinhard Haller erwischt. Dem renommierten Gutachter wird Betrug, Falschaussage und Verleumdung vorgeworfen. Es geht um inhaltliche Mängel sowie um falsch verrechnete Gutachten.
Verbrecher werden oft durch DNA-Proben identifiziert. Genetische Fingerabdrücke lassen sich jedoch leicht fälschen. Sogar ein Student ist problemlos in der Lage DNA-Spuren zu manipulieren. Eine ungeheure Möglichkeit für korrupte Ermittlungsbehörden.
"Da bekomme ich ihn nicht mehr heraus": Im Leipziger Michelle-Prozess zeigte sich, wie schwer sich Verteidiger inzwischen mit Gutachtern tun. Die Juristen wollen ihre Mandanten unbedingt vor einer Einweisung in die Psychiatrie bewahren. Das Motto: lieber Knast als Klapse.
Jahrelang saß Harry Wörz im Gefängnis, weil er angeblich seine Ex-Frau beinahe erwürgt hatte - doch plötzlich bekam er einen Freispruch erster Güte. Ein Berliner Filmemacher hat den Installateur über all die Zeit begleitet. Seine TV-Dokumentation zeigt, wie Polizei und Justiz ein Leben zerstörten.
Wien (OTS) - Volksanwältin Dr. Gertrude Brinek lud am Freitag, dem 7. Mai 2010 gemeinsam mit dem Vorsteher des Bezirksgerichtes Meidling Dr. Oliver Scheiber zu der Diskussionsveranstaltung "Verfahrensqualität und Bürgernähe in der Justiz" in das Bezirksgericht Meidling.
Der deutsche Journalist Hubertus Godeysen hat den Salzburger Kaprun-Richter Manfred Seiss wegen Nötigung und versuchter Erpressung angezeigt. Seiss hatte das Strafverfahren im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe geleitet, bei dem 155 Menschen im November 2000 den Tod fanden. Der Richter hatte zuvor den Journalisten wegen seiner Äußerungen unter anderem beim Brandschutzforum in Graz wegen übler Nachrede und Rufschädigung angezeigt.
Terrorismuspräventionsgesetz 2010 macht investigativen Journalismus unmöglich. Die Wahrheit der vorerst undurchsichtigen Vorhaben der Justiz kommt immer mehr ans Licht. Erlaubt ist nur mehr gleichgeschalteter Journalismus, Kritiker - oder gar Aufdecker - wandern für Jahre hinter Gitter. In Justizkreisen sind Missstände offenbar bekannt, an einer Aufarbeitung der Zustände ist gar nicht zu denken.
Schon 29 Verhandlungstage lang stehen 13 Tierschützer wegen des „Mafiaparagrafen“ vor Gericht. Die (Straf-)Sache ufert aus und wird immer skurriler. Etwa 10 Millionen Euro Kosten bisher. Ein Freispruch der Angeklagten wird immer wahrscheinlicher, was die Steuerzahler weitere Millionen kosten wird.
Ein Richter finde frei und ohne jeden Einfluss sein Urteil. So will es das Gesetz und die Öffentlichkeit. So wird es wohl auch in den meisten Fällen sein.
Mit zunehmender Thematisierung, schwerster Geisteskrankheiten, exzessiven Missbrauchs von Drogen und ausufernder Beziehungs-gestaltung, muss grundsätzlich auch die Frage erlaubt sein, warum unbefangen agierende Richter von diesen Problemen ausgeschlossen sein sollen.