Gespeichert von LittleBuddha am Sa., 06.10.2007 - 15:27:58

Liebe und Emotionen gegen Asylpolitik: Das Schicksal

der Familie Zogaj löst eine berührende Jugendkam-

pagne aus. Es ist mehr als ein Appell von Freunden und

Schulkameraden. Es sind entschlossene, aber auch sehr persönliche Sätze, mit denen Jugendliche aus Frankenburg und Umgebung sich für den Verbleib von Arigona Zogaj, 15, und ihrer Familie einsetzen. "Der Staat soll es hören", das passt so ganz und gar nicht in das Bild der angeblichen Politverdrossenheit junger Menschen. Der kämpferische Vierzeiler verbreitete sich in den vergangenen Tagen wie ein Lauffeuer im Internet. Morgen, Samstag, ist im Ort eine Demonstration geplant.

Wo "Gona" – wie sie genannt wird – sich versteckt, scheinen auch die engsten Freundinnen nicht zu wissen. "Ich liebe euch alle, ich werde euch nie im Leben vergessen", lautete die letzte Botschaft des Mädchens am Abend des 30. September.

Sorge

"Ich kann mir echt nicht vorstellen, wo sie sein könnte. Ich hab keinen Kontakt zu ihr und die anderen auch nicht. Ich weiß nur, dass wir sie alle schon so vermissen. Es geht uns gar nicht gut", klagt eine der engsten Freundinnen via Internet.

Auch die Familie tappt im Dunkeln. Der KURIER erreichte Arigonas Cousine, die in Deutschland lebt. "Wir versuchen auch, sie zu kontaktieren und zu schauen, wo sie sich gerade aufhält. Aber keiner weiß etwas. Ich wundere mich, wieso Gona sich ned’ bei mir meldet. Sonst tut sie das ja auch", betont die niedergeschlagene 15-Jährige. "Mein Vater guckt jeden Tag im Internet, ob es was Neues gibt." Im Netz tut sich allerdings eine Menge. Persönliche Botschaften an "Gona", Durchhalteparolen und manchmal auch deftige Worte ziehen sich wie ein roter Faden durch die virtuelle Welt. Eines haben die Aussagen der Mädchen und Burschen gemeinsam: Sie sind sauer auf eine Politik, die "Menschen in der Nacht aus ihren Wohnungen zerrt und ihr Leben zerstört."

Kind darf bleiben

Ein positives Signal kommt dafür aus Eugendorf im Salzburger Flachgau. Dort kann die Kosovarin Arjeta Kryeziu vorerst einmal aufatmen. Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Saliger (VP), gab am Mittwoch eine Haftungserklärung für 12.000 Euro ab.

Die 27-jährige Mutter hätte die Summe laut Aufenthaltsgesetz als Sicherheit vorweisen müssen. Geld, das aber weder sie noch ihr Mann haben.

Jetzt dürfen Gatte Festin und ihr sechsjähriger Sohn Yll – vor zwei Wochen wurde ein Ausweiseverfahren eingeleitet – doch bleiben. "Bis zu einer Lösung ist es jedoch noch ein weiter Weg", betonte Saliger. Innenminister Platter habe ihm in einem Telefonat versichert, dass die Familie nicht zerrissen wird. "Unser Ziel ist nun ein humanitärer Aufenthaltstitel für die Kryezius.

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Quelle: Kurier | Foto: ©Oberösterreichische Nachrichten