DIE KOLUMNE: Ritalin zu Schulbeginn? ADHS die Plagenkrankheit

: So., 02.09.2007 - 14:01 By: LittleBuddha

Während die Schulmedizin und Politik uns Eltern zu verstehen gibt was für unsere Kinder gut ist, warnen US-Studien vor Gehirnschäden im Gebrauch von Ritalin. Entgegen vieler Annahmen ist das Aufmerksamkeit Defizit Hyperaktivitäts Syndrom (ADHS) keine Krankheit sondern eine Stoffwechselstörung im Gehirn. Kinder mit dem volksmündigen "Zappel-Philipp-Syndrom" geraten schnell ins Visier der Jugendämter. Die Fürsorge sieht im Fall eines verhaltensauffälligen Kindes enormen Handlungsbedarf und die Novellierung des Jugendwohlfahrtsgesetz wird Schulen und Kindergärten ermächtigen, uns Eltern als Glasbaukasten der Behörde zu melden. Kurzum, bevor Alternativen flächendeckend überhaupt greifen können, trägt Vater und Mutter den Amtsstempel "unfähig" und damit ist die Kindesabnahme gewiss. Zu Schulbeginn also mehr Grund zur Sorge, bedenke man die freigewordenen Plätze im SOS Kinderdorf, Kinderheim oder einer sozialpädagogischen Wohngruppe.

Lehrer sind wahrhaftig Laien die mit Einfallsreichtum das Verhalten unseres Kindes in besonders pikante Worte kleiden können. Vom Stuhl-Wipper bis hin zum nervösen Taschentuchträger, werden wir am Elternsprechtag oder vielleicht sogar vom Schularzt über unser eigenes Kind informiert, das wir selbst eigentlich seit der Geburt kennen solten. Schnell geraten Begriffsbestimmungen wie "schwer erziehbar" oder Empfehlungsschreiben für den Schulpsychologen zum Startschuss einer Kindskarriere mit ADHS Titulierung.

Unwissend, fassungslos und am Boden zerstört, geben wir uns diesem Facherkenntnis hin. Ohne Hinterfragen stellen wir keine Überlegungen an und folgen dem System. Die Schulmedizin kennt reichlich Antworten auf die Frage des Warum. Weshalb sollten wir uns selbst damit auseinandersetzen und so zu einem Widerspruch finden.

Beispielsweise kann so ein hochintelligentes Kind schnell zum "Zappel-Philipp" diagnostiziert werden. Zwangstests für unbelehrbare Eltern beförderten bereits deren Kinder ins Heim. Viele schreien jetzt auf und sehen erneut eine Industrialisierung des Fürsorgewesen genannt "Destaster Jugendwohlfahrt". Der Weg dahin ist natürlich nicht weit und das Bestreben für Alternativen ein klägliches Scheitern.

Die Diagnostizierung von ADHS scheint also ein wissenschaftliches Spezialgebiet an sich zu sein. Während die Wissenschaft bereits Gehirnschäden als Folge von Überkonsumierung des Medikament Rital ausmacht, landen besorgte Eltern in Punkto Austestung immer noch in der wissenschaftlich suspekten Quadratur des Kreises.

Intelligente Kinder mit atemberaumenden IQ müssen speziell gefördert werden. Verhaltensauffällige Kinder mit ADHS bedürfen einer ganz besonderen Behandlung. Wie gut, dass man als Eltern selbst noch nicht entmündigt ist und eigene Perspektiven erstellen darf.

Medikamentierung mit Methylphenidat-Wirkstoff

Ritalin und Concerta sind die Trägermedikamente Nummer 1. Ersteres wird von der Firma Novartis hergestellt und weltweit konsumieren Millionen Kinder und Erwachsene dieses Medikament. In den vergangenen 5 Jahren hat sich der Konsum alleine in Deutschland vervielfacht.

Alternative - Lernen

Die Schule beginnt und damit der Ernst des Lebens. Viele Eltern nehmen diese Volksweisheit zu ernst und verordnen ihrem Nachwuchs ein straffes Lernprogramm. Tatsächlich aber sollten die Kinder nach der Schule erst einmal pausieren. Schließlich sitzt man selbst nicht gerne 5 Stunden ohne Unterbrechung im Büro. Nach einer Pause von ca. einer Stunde oder zwei, die man allerdings nicht mit der Spielekonsole oder dem Fernseher füllen sollte, folgt die Hausaufgabenzeit. Aber eine Bitte vorweg: Lernen Sie mit dem Kind aber sitzen Sie nicht ständig daneben. Ein eigener Schreibtisch im Kinderzimmer mit passenden Lichtverhältnissen kann Wunder wirken! Gemeinsam mit dem Kind erstellt man am Besten eine To-Do Liste über das heute zu erledigende Pensum. An oberster Stelle werden die schwierigen Aufgaben und Fächer platziert, gefolgt von den einfacheren. Bei Kindern mit ADHS ist es besonders wichtig, die Lerneinheiten kurz zu halten. z.B. genügt es 10 Vokabeln vernünftig zu pauken oder erst einmal nur 2 Matheaufgaben zu lösen. Generell sind jedenfalls zwischen den Aufgaben/Fächern (Lernabschnitte) Pausen zu machen. In dieser Zeit sollte das Kind ausspannen, vielleicht kurz nach draußen gehen um zu spielen, oder einfach mal eine Tasse Kakao trinken. Was bei Kindern mit ADHS gut ankommt, wenn man Lernen und Sport verbindet, so z.B. mit einem kurzen Ballspiel vor dem Haus, wo z.B. das 1x1 im Ballwechsel abgefragt wird. Besonders praktisch ist diese Übung deshalb, weil das Gehirn mit besonders viel Blut und Botenstoffen durch die körperliche Aktivität versorgt wird und somit ein interaktiver Ausgleich stattfindet.

Sport & Disziplin

Kinder mit ADHS benötigen eine große Portion Disziplin, denn sie tun sich schwer mit anpassungsfähigen Verhalten. Besonders praktisch also Sportarten, wobei der Fokus auf Kampfsport und Fußball gelegt werden sollte. Natürlich muss ein Sport gewählt werden, welcher letztlich dem Kind Spaß macht. Wichtig ist, dass man ständiges probieren unterlässt und versucht in kurzer Zeit eine Sportart zu finden, in der das Kind wöchentlich ein Training besucht. Dabei sollten soviele Trainingseinheiten wie möglich jede Woche besucht werden. Aber auch Eigeninitiative ist gefragt. z.B. kann man mit seinem Kind vor dem Schlafengehen noch eine Runde um das Haus joggen oder eine kurze Radtour unternehmen, dann fällt das Schlafengehen schon viel leichter.

Klare Tagesstrukturen

Weit verbreitet ist nicht zuletzt die Tatsache, dass Kinder mit ADHS klare Strukturen benötigen. So z.B. sind klare Tagesabläufe unerlässlich. Eine Herausforderung für die Eltern und Geschwister, die sich bei genauer Betrachtung als einfaches Stilmittel herausstellt. Ein Wochen- und Tagesplan am Kühlschrank kann bereits wertvolle Dienste leisten.

Chaos-Ecke & Wut Rituale

ADHS Kinder sind Chaos Menschen und wenn ein ADHS Kind etwas sucht aber nicht findet, gerät die Situation schnell zu einem explodierenden Verhalten. Eine Chaos-Ecke ist schnell gefunden und wird auf dem Schreibtisch im Kinderzimmer eingerichtet. Hier darf Chaos herschen und ansonsten sucht man im Kinderzimmer die Ordnung. Von Zeit zu Zeit soll das Kind aber auch die Chaos Ecke ausmisten, dennoch bleibt ein Platz wo sich das Kind jedenfalls pudelwohl fühlt. Sogenannte Wut Rituale machen aber gerade das Leben zwischen Kind und Eltern leichter. Anstatt zu explodieren, lehrt man das Impoldieren, mag heißen, das Kind findet bei einem Wutanfall ein Ritual seine Wut sprichwörtlich zu besiegeln. z.B. indem man sich die Wut förmlich von der Seele schreibt und im Klo runtergespült wird. Wut Rituale können vielfällig sein, sie sollen die Gewaltauseinandersetzung zwischen Eltern und Kinder auf 0 setzen, aber dennoch zum gewünschten Erfolg, einer Wutentladung führen.

Erfolgsparometer

Wer eine Gehaltsaufbesserung bekommt, der geht davon aus, ich bin gut. Ein Kind mit ADHS das sich bildlich messen kann, sieht diesen Erfolg nicht minderwichtig. So z.B. kann man mit Sonnen, Wolken und Blitzen für verschiedene Tagesabschnitte eine Verhalteskurve zeichnen. Beispiel: Wurden die Hausaufgaben ohne Streit und mit pravour erledigt, kommt auf das Parometer eine Sonne. Es empfielt sich jedenfalls mehrere Tagesabschnitte zu machen und mit dem Kind bei entsprechend "vielen Sonnen" eine Belohnung zu vereinbaren (bitte aber keine Materialgeschenke!!! sondern z.B. der Besuch des Zoo, etc....). Wichtig in jedem Fall! Schreien Sie nicht mit Ihrem Kind, ziehen Sie Ihr Kind im Fall von Wutausbrüchen nicht an den Armen oder Beinen quer durch die Wohnung, bleiben Sie ruhig und behalten Sie eine klar ansagende Stimmlage, die Ihr Kind auch ernst nimmt!

Ernährungsumstellung

Wie klare Tagesstrukturen, benötigt natürlich der Körper eines ADHS Kindes die richtige Nahrung. Nachdem der Ernährungsplan explizit auf das einzelne Kind angepasst werden muss, sollte hierzu ein Fachmann (z.B. Kinderarzt) konsultiert werden. Heute gibt es bereits viele Ärzte die sich mit dem Thema ADHS und Ernährung befassen. Grundsätzlich sind jedenfalls folgende Punkte zu beachten:

  1. Bevorzugen Sie naturbelassene, wenig verarbeitete Lebensmittel. So reduzieren Sie automatisch die Aufnahme synthetischer Zusatzstoffe.

  2. Essen Sie täglich Rohkost, Gemüse und verschiedene Obstsorten. Falls Sie den Eindruck haben, dass gegartes Gemüse besser vertragen wird achten Sie auf vitaminschonende Zubereitung.
  3. Servieren Sie Fleisch und Fisch nur in kleinen Mengen und nicht täglich.
  4. Bevorzugen Sie hochwertige pflanzliche Fette (z.B. Sonnenblumenöl, Keimöle). Seien Sie sparsam mit Fett.
  5. Vermeiden Sie Zucker (der nicht durch Süßstoffe ersetzt werden sollte!) und Süßigkeiten. Auch Honig sollte sparsam eingesetzt werden. Wenn Zucker, dann nur geringe Mengen.
  6. Bevorzugen Sie Vollkornbrot und andere Vollkornprodukte. Vermeiden Sie Auszugsmehl und daraus hergestellte Backwaren und Brot.
  7. Halten Sie die Schadstoffbelastung durch die Nahrung gering. Kaufen Sie unbehandeltes Obst und Gemüse und achten Sie auf  biologische Erzeugung. Übrigens: Viele Düngemittel enthalten ebenfalls Phosphat.
  8. Kinder sollten generell keinen Alkohol trinken. Bei hyperaktiven Kindern gilt das in verstärktem Maße, unter Umständen bis über die  Volljährigkeitsgrenze hinaus.
  9. Setzen Sie Ihr Kind möglichst keinem Zigarettenrauch aus. In der Wohnung sollte generell nicht geraucht werden. Verhindern Sie, dass Ihr Kind raucht - nicht durch Drohungen oder Strafen, sondern indem Sie selbst ein entsprechendes Vorbild sind.

Alternative Therapien

Neben Ergotherapie, die nach wie vor als häufigste Therapieform bei Kindern mit ADHS Einsatz findet, zeugt die Neurofeedback Therapie und nicht zuletzt die Sunflower Therapie für besondere Erfolge bis hin zu einem ADHS Barriere freien Leben, insbesondere ohne Medikamentierung. Leider bezahlt die Krankenkasse in Österreich die letzte Therapieform nicht. Sie schlägt mit ca. Euro 100,- / Stunde zu buche, dennoch führt diese Mischung aus Homöophatie, Ernährungsumstellung und Konzentrationstraining zu beeindruckenden Veränderungen bei Kindern mit ADHS. Sie werden ruhiger, leistungsstärker und brauchen durchwegs keine Medikamente wie Ritalin

Knackpunkt Akutfälle

Immer noch wird von Akutfällen gesprochen, Kinder die ohne Medikamente wie Ritalin nicht existieren könnten. Besonders in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Kinderheimen, dem SOS Kinderdorf Bienenhaus ua. Einrichtungen der Jugendwohlfahrt, kommen diese Medikamente zum Einsatz. Zur Begründung spricht man von Akutfällen, Kindern die besondere Verhaltensauffälligkeiten zeigen und ohne Ritalin oder Concerta nicht zu bändigen wären, geschweige schulische Erfolge zeigen könnten.

Es grüßt,
der.pädagogik.visionär

Weiterführende Information:

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Ritalin: Die gefährlichste Droge der Welt
Falsche ADHS-Diagnosen bei Schulkindern
Hyperaktivität bei ADHS durch Lebensmittel Farbstoffe