Dr. Max Friedrich Skandalgutachten: Klage wegen 200.000 Euro Schadenersatz

: Sa., 06.09.2008 - 14:41 By: reichmann

Prof. Dr. Max FriedrichKlagenfurt: Nach einem Skandalverfahren am Landesgericht Klagenfurt musste ein Unschuldiger für 21 Monate in Haft. Nun musste das Verfahren neu Verhandelt werden, weil vier unabhängige Deutsche Spezialisten, das Gutachten von Prof. Dr. Max Friedrich "in der Luft zerissen" hatten.

Fazit: Ein selbstmordversuch aus Verzweiflung, schwere psychische Störungen und Frühpension mit 35 Jahren. "Täter" zerstört, "Opfer" zerstört Familien ruiniert.

Bislang wurden  Schadenersatz-Zahlungen stets im stillen Kämmerlein abgewickelt. Jetzt gibt es eine offizielle Klage: Forderung 200.000 Euro.

Derzeit laufern am Landesgericht Klagenfurt mehrere Wiederaufnahmen, großteils durch vollkommen fehlgegangene Gutachten des Gerichtsgutachters Prof. Dr. Max Friedrich. Doch nicht nur am Landesgericht Klagenfurt beschäftigt man sich mit dieser Thematik. In Wien sind derzeit vier Strafverfahren anhängig und laut Informationen will ein Air-France-Pilot ebenfalls eine Schadenersatzklage in enormer Höhe für ein verhautes Gutachten bei Gericht einbringen. 

Viele Skandale

Bislang hat man noch nicht viel gelesen, wie viel Steuergelder der Staat für diese Skandalverfahren eigentlich verplempert. Zu lesen stets im Kleingedruckten: Haidegger kassiert 960.000,- Euro Schadensersatz, weil die Ermittlungsbehörden offensichtlich Beweismittel manipuliert, Zeugen beeinflusst und vollkommen versagt haben. Haidegger verbüßte von seiner lebenslangen Freiheitsstrafe immerhin 8 Jahre und kam durch eigene Initiative frei. Heute ist er ein freier Mann.

Ebenso verhält es sich im Fall Foco. Der "Mittäter" wurde auch in einem neuen Verfahren freigesprochen, nachdem er bereits mehrere Jahre seiner Haft verbüßt hatte. Ermittlungsbeamte hatte in diesem Fall die einzige Belastungszeugin unter Druck gesetzt und die so zu einer Falschaussage gebracht. Die Zeugin flüchtete danach für mehrere Jahre nach Amerika, kam jedoch zurück und belastete die Beamten schwer. Schadensersatz in diesem Fall: läppische 550.000 Euro Steuergeld.

Richtungsweisend

Das sind jedoch allesamt nur Almosen im Vergleich dazu welcher Schaden hier angerichtet worden ist. Neu ist allerdings, dass ein unschuldig Verurteilter - wie jetzt in Klagenfurt - eine doch recht beträchtliche - Schadensersatzforderung stellt und diese gleich einklagt. Doch auch 200.000 Euro sind ein Nichts im Vergleich, was dem Betroffenen widerfahren ist.

21 Monate unschuldig in Haft, sein Leben ist vollkommen zerstört, wohl auch das Leben seiner Tochter, die ihn übrigens nie belastet hatte. Alles entstand nur durch die übliche Überreaktion und Inszenierung übereifriger Aufdecker. Dieses unfachmännische Vorgehen bei den Ermittlungen führt dann dazu, dass im Zweifelsfall ein Opfer keine verwertbare Aussage mehr machen kann, weil dadurch alle Erinnerungen verwischt und verschleiert werden.

Ein Aussagepsychologe nennt dass Suggestivbefragung, die natürlich in Fachkreisen verboten ist. Lediglich Prof Dr. Max Friedrich und Dr. Isabelle Sankl vom AVS-Kärnten befinden, dass man die Dinge ja beim Namen nennen muss, weil ein Kind andernfalls von den Blumen erzählt.

So konnte sich Richter Dr Pöllinger beim Freispruch sogar die Freiheit nehmen, den Unschuldigen mit den Worten: "... der Verdacht gegen Sie mag ja weiterhin bestehen..." zu entlassen. Daran erkennt man genau, wie die Richter mit der Thematik umgehen, wie ein offensichtlich Unschuldiger (durch vier Spezialisten bestätigt), nach allem was er an Leid erfahren hat, von einem Richter zusätzlich stigmatisiert werden darf.

Frischer Wind

Jetzt können sich Gutachter jedenfalls warm anziehen, wenn sie meinen, ein allzu sorgloser Umgang mit wissenschaftlichen Standards stelle kein Problem dar. Jedenfalls wird es eine Fülle von Klagen geben.

INHR und viele andere Organisationen werden sich jedenfalls so lange für Betroffene einsetzen, bis auch in Österreich klar wird, das man sich an wissenschaftliche Standards zu halten hat.