Kampusch Chefermittler Kröll: Mordverdacht erhärtet sich

: Do., 21.10.2010 - 22:01 By: reichmann

Franz KröllVon INHR bereits vor einigen Wochen - als erstes Medium - aufgeworfene Zweifel erhärten sich. Der "Selbstmordfall" des ehemaligen Chefermittlers der Kampusch Kommission, Oberst Franz Kröll, wird immer mehr zum Mordfall. Auch die Selbstmordtheorie des Natascha Kampusch Haupttäters Wolfgang Priklopil wird immer unglaubwürdiger, sodass auch hier vieles auf Mord hindeutet.
FPÖ fordert heute einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss im Mordfall Franz Kröll

Ungereimtheiten deuten auf Mord

Wie aus Insiderkreisen nun bekannt wurde, wirft der Bericht um das Ableben von Franz Kröll große Ungereimtheiten auf. So soll sich Oberst Franz Kröll mit der rechten Hand in die linke Schläfe geschossen haben. Der so entstandene Schusskanal ist so gar nicht erklärbar, hört man aus Insiderkreisen. Ein weiterer Aspekt, der auf einen Mord schließen lässt, ist die Tatsache, dass keine Schmauchspuren an der Schusshand von Franz Kröll aufzufinden waren. Zwar zieht man sich dabei in Polizeikreisen auf die Erklärung zurück, dass aufgrund der Verwesung keine Spuren mehr feststellbar wären, was jedoch ein vollkommener Unsinn ist.
Nun soll die ausgehobene Akte ins Ausland zur Überprüfung gebracht werden, um endlich Klarheit in die diffuse Angelegenheit zu bringen.

FPÖ fordert parlamentarischen Untersuchungsausschuss

Laut Presseaussendung von FPÖ-Neubauer scheint die Sache klar, dass hier nur mehr ein Untersuchungsausschuss unter Kontrolle des Parlamentes Licht ins Dunkel bringen kann.
In der APA Aussendung schreibt Neubauer (FPÖ), dass sich aus dem umfangreichen Dossier des ehemaligen OGH-Präsidenten Rzeszut zum Fall Kampusch, der gut begründete Verdacht herauslesen lasse, dass sich Haupt-Täter Priklopil nicht selbst das Leben genommen haben könnte, zeigte heute der freiheitliche NAbg. Werner Neubauer auf. Der Verdacht falle eindeutig auf Priklopil-Freund Ernst H., so Neubauer, der hier dringend, diesbezügliche Ermittlungen forderte. Auch müsse im Fall Kampusch die Vertuschung von Polizeiaffären und der Missbrauch der politischen Macht, insbesondere im Bundesministerium für Inneres, aber auch im Bundesministerium für Justiz, aufgeklärt werden, forderte Neubauer.

Im Rzeszut-Dossier ließen sich eine von Reihe von krassen Ungereimtheiten finden, die bislang nicht Thema von Ermittlungen gewesen seien, so Neubauer, der etwa darauf verwies, dass Ernst H. einen "Abschiedsbrief" Priklopils präsentierte, der mehr grafologische Ähnlichkeiten mit seiner eigenen Handschrift aufweise, als mit der Handschrift des vermeintlichen Schreibers. Dem daraus folgenden gravierenden Fälschungsverdacht mit nahe liegendem neuem und erweitertem Ermittlungsbedarf habe die damals zum Ermittlungsabbruch entschlossene Staatsanwaltschaft keine wie immer geartete Beachtung geschenkt, kritisierte Neubauer.
 
Aufgrund der im Rzeszut-Dossier aufgelisteten Ermittlungsmängel und Ermittlungspannen dränge sich der Verdacht auf, dass es sich hier durchaus um bewusst gesetzte "Fehler" gehandelt haben könnte, die einen deutlich größeren Täterkreis vertuschen sollten, so Neubauer, der es als "für die Komplizen praktisch" bezeichnete, dass der als Einzeltäter präsentierten Priklopil, den Fluchttag Nataschas nicht überlebt habe.
 
Auch der angebliche Selbstmord des Chefermittlers der SOKO-Kampusch Oberst Franz Kröll erscheine nach Studium des Rzeszut-Dossiers mehr als fragwürdig, zeigte Neubauer auf. So solle sich Kröll mit der rechten Hand in die linke Schläfe geschossen haben. Dies sei ebenso erstaunlich, wie die Tatsache, dass keine Schmauchspuren zu finden gewesen seien und keiner der Nachbarn einen Schuss gehört habe, zeigte Neubauer die Kuriositäten des angeblichen Selbstmordes auf.

Ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss, so wie ihn die FPÖ
heute gefordert habe, könne Licht ins Dunkel bringen, so Neubauer,
der die anderen Fraktionen aufforderte diesem freiheitlichen Antrag
zuzustimmen.

APA | INHR

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