Millionenklage gegen katholische Kirche

: Mo., 19.05.2008 - 15:36 By: reichmann

Wegen sexuellen Missbrauchs durch einen Priester hat eine heute 47-jährige Frau aus Augsburg die katholische Kirche auf eine halbe Million Euro Schmerzensgeld verklagt.

Sie sei sechs Jahre lang von einem Priester sexuell missbraucht worden, sagte die unter dem Namen Cornelia Hüttinger geborene Frau, die heute einen anderen Nachnamen trägt zu FOCUS. Die Übergriffe seien während der zehn Jahre geschehen, sie sie im Marienheim in Würzburg lebte. Das Oberlandesgericht Bamberg hält ihre Klage für „erfolgversprechend“, wie FOCUs erfuhr. Die Richter sprachen der Frau Prozesskostenhilfe zu, allerdings nur für die letzten fünf Monate ihres Heimaufenthalts. Die restliche Zeit sei verjährt.

„Mehrmals wöchentlich“ sei sie von einer Nonne in die Hauskapelle gebracht worden, angeblich zur Beichte, sagte Hüttinger zu FOCUS. Im Beichtstuhl habe sie den Priester befriedigen müssen, „mit der Hand oder oral“, heißt es in der Klageschrift. „Der sexuelle Missbrauch wiederholte sich ... regelmäßig und stets auf die gleiche Weise.“

„An dieser Geschichte ist kein Wort wahr“

Der Rechtsanwalt der beklagten Diözese Würzburg, Günter Paul, bestreitet diese Darstellung. „An dieser Geschichte ist kein Wort wahr“, sagte er zu FOCUS. Die Frau sei krank, sie könne Fantasie und Wahrheit nicht auseinander halten.

Die Glaubwürdigkeit der Klägerin stützen FOCUS-Informationen zufolge aber ärztliche Gutachten. Der Psychologe Erwin Möde von der katholischen Universität Eichstätt untersuchte Hüttinger im Auftrag der Kirche. Es könne „als gesichert angenommen werden“, so das Ergebnis, dass die Klägerin Fantasie und Realität trennen könne. Ihr fehle „auffallend die Neigung zur Fabulation, Phantasie und Surrealem.“

Quelle: http://www.focus.de