Gespeichert von LittleBuddha am Mi., 04.06.2008 - 16:59:16

Missbrauch MädchenWie soll mit besonders verhaltensauffälligen Schülern umgegangen werden? Diese Diskussion hat die Sonderschule in Alkoven entfacht. Dort sollte ein 15-jähriges, geistig behindertes Mädchen phasenweise in einen Holzverschlag gesperrt werden.

So weit ist es nicht gekommen, doch inzwischen ist die 15-Jährige suspendiert worden und wird derzeit gar nicht unterrichtet. Auch das sorgt für Kritik.

"Fremd- und Eigenverletzungsgefahr"

Der Unterricht in der Sonderschule Hartheim findet seit Dienstag ohne die 15-Jährige statt. Für den Eferdinger Bezirkshauptmann Michael Slapnicka derzeit die einzige Möglichkeit. Denn zwar wäre der geplante Holzverschlag keinesfalls eine Lösung gewesen, aber er sehe aktuell keine Möglichkeit für einen Unterricht.

"Das ist das Problem. Die Intention des Direktors war offensichtlich, das Mädchen so lange wie möglich in der Schule zu halten. Nachdem dies nicht möglich ist, wird das Mädchen zurück ins Institut kommen. Derzeit besteht nicht die Möglichkeit, dass das Mädchen aufgrund der Fremd- und Eigenverletzungsgefahr in der Schule bleibt", so Slapnicka.
                
"Grenze der Beschulbarkeit erreicht"

Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer nimmt die Lehrer der Sonderschule Hartheim in Schutz. Diese würden sich sehr bemühen, es werde hervorragende Arbeit an der Schule geleistet. Aber offenbar sei bei dem Mädchen die Grenze der Beschulbarkeit erreicht: "Es ist nicht jeder Mensch in jeder Zeit und in jeder Phase beschulbar. Die Schule kann nicht immer der richtige Einsatz- oder Betreuungsort sein", sagte Enzenhofer.

Trotzdem fordert Enzenhofer, dass nach Alternativen gesucht werde, wie das Mädchen unterrichtet werden könne.

Kritik vom Integrationssprecher der Grünen

Das Handtuch zu werfen, sei keine Lösung, kritisiert heute auch der Grüne Integrationssprecher Gunther Trübswasser. Ihn ärgert zudem, dass jetzt der 15-Jährigen die Verantwortung für die Suspendierung zugeschoben werde.

Sie trage keine Schuld, sie habe sich ja ihre Behinderung nicht ausgesucht, so Trübswasser. Er forderte für die Einzelbetreuung von verhaltensauffälligen Kindern mehr Ressourcen.

Thema für die Staatsanwaltschaft Wels

Der geplante Holzverschlag ist inzwischen auch zum Thema für die Staatsanwaltschaft Wels geworden. Laut einem Sprecher liege ein Kurzbericht der Polizei vor, es würden auch noch weitere Erhebungen angeordnet werden.

Dabei werde geprüft, ob der Tatbestand des Quälens oder Vernachlässigens Unmündiger oder ob der Tatbestand Freiheitsentzug vorliege.

Quelle: ORF


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Gespeichert von reichmann am Do., 08.09.2016 - 02:26:09

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Soll an dieser Stelle natürlich auch mal gesagt werden, dass Kinder in Jugenwohlfahrtseinrichtungen (Heimen, Kinderdörfer mit allerlei lieblichen Namen), als \"Auszeit\" in Keller gesperrt werden und dort tagelang in eigenen Exkrementen verbringen müssen. Denke es ist hoch an der Zeit auch einmal dieses Thema anzusprechen. Auch sprechen wir von Kindern, die diesen Organisationen vollkommen hilflos ausgeliefert sind. Auch nicht zu vergessen die Kinder die vom Jugendamt ins Ausland verschleppt werden und dort unter dubioser Betreuung ihr Dasein fristen.