Gespeichert von LittleBuddha am Do., 28.06.2007 - 16:37:49






Eigentlich sollte die 15 jährige Julia* beim Urlaub
mit den Eltern in der Türkei zwangsverheiratet
werden und so nahm sie mit ihrem 19 jährigen
Freund Romeo* reiß aus Richtung Vorarlberg. Der Tripp dauerte wenige Tage an, hat aber in Tirol für Gesprächsstoff gesorgt. Nicht zuletzt den Fachleuten der Tiroler Jugendwohlfahrt, sondern wohl auch den Eltern selbst hat das Mädchen einen gehörigen Bären und damit einen unvergesslichen Schrecken aufgesetzt. Eigentlich sollte man meinen, dass die Psychologen und Sozialarbeiterinnen in einem Jugendamt ihre Arbeit verstehen und sich durchaus mit den Trickereien von jungen Mädchen auskennen. Dieser Fall zeigt wieder einmal auf wie leichtgläubig gerade Spezialisten auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendfürsorge sein können.

Julia ist 15 und wohnt mit ihrer türkisch-stämmigen Familie in Jennbach. Nach Aussagen der Mutter ist die Familie allerdings sehr westlich orientiert und keinesfalls an einer Zwangsheirat ihrer Tochter interessiert.

Offenbar ein Grund für Julia von zu Hause abzuhauen, das übrigens auch andere Jugendliche in diesem Alter nicht ungern tun, wenn es zu Hause Stress gibt. Also begab sich die Schülerin mit ihrem 19 jährigen Freund, übrigens auch ein Türke, auf Reisen in Richtung Vorarlberg, während ihre Eltern Todesängste ausstehen mussten und die Behörden machtlos waren.

Nach wenigen Tagen ist das junge Liebespaar zurückgekehrt und das Mädchen hat sich in die Obhut des Kriseninterventionszentrum in Innsbruck begeben. Dort dürfte man offenbar die Ängste des Mädchens sehr ernst genommen haben. Wie sich nun herausstellt zu ernst, denn als die Mutter ihre Tochter besuchen kommt, beichtet das Mädchen ihre Lüge und schnell wurde klar, weshalb das Pärchen Reißaus genommen hat.

Romeo und Julia wollen einfach nur zusammensein und hat das Mädchen den Burschen sogar ihrer Familie bereits vorgestellt. Nun soll sogar geheiratet werden und ist Julia zwischenzeitlich zur Familie ihres Freundes gezogen.

Für die Jugendwohlfahrt dürfte dieser Vorfall ein Denkanstoß sein, einem Kind nicht immer das zu glauben was es so erzählt. Was Kinderärzte im Krankenhaus schon lange praktizieren, nämlich auch Dritte zu befragen, hat im vorliegenden Fall wohl in jeder Hinsicht versagt.

Bleibt nur zu hoffen, dass in anderen Fällen nicht der gleiche Fehler passiert ist und vielleicht gönnt man den Amtsstuben der Fürsorge in Hinkunft mehr Personal, um derartige Burn Outs zu vermeiden.

Seitens der Abteilung von Hofrat Weber war übrigens niemand zu einer Stellungnahme bereit ;-(


 


* Namen wurden von der Redaktion geändert!