Gespeichert von LittleBuddha am Di., 15.05.2007 - 13:23:34

Schluss mit Geheimwissen um SOS Kinderdorf >>> http://www.xlarge.at/







Die Welle an Enthüllungen bricht nicht ab und die österreichischen Träger der Freien Jugendwohlfahrt kommen mehr und mehr in die Schlagzeilen. Nach dem Bekanntwerden von Missständen in SOS Kinderdorf Pinkafeld und Hinterbrühl, der Firma Lebensraum Heidlmair GmbH in Kremsmünster, müssen nun die Betreiber eines Kinderdorf in Vorarlberg Rede und Antwort stehen. Ein 63 jähriger habe laut Polizei über Jahre rund 6 Mädchen zwischen 13 und 19 Jahren sexuell missbraucht.

Sie werben mit Geborgenheit, professionellen Helfernetz und dem Engagement der Kinderdorf Mütter. Bezahlt werden sie von Spenden, der Jugendwohlfahrt und dem Erlös aus Waisenpension, Familienbeihilfe und Kindergeld. Die Jugendwohlfahrt wiederum holt ihren Kostenersatz von den leiblichen Eltern und auch den Kindern selbst zurück. Geht es allerdings um den Schutz der anvertrauten "fremden" Kinder, so gerät so manche Einrichtung der Freien Jugendwohlfahrt neuerdings mehr und mehr ins Zwielicht der Öffentlichkeit.

Jüngst verantworten muss sich ein 63 jähriger Ehemann einer Kinderdorfmutter aus Vorarlberg. Er habe über Jahre an mehreren Mädchen aus seiner Kinderdorf Familie sexuelle Übergriffe vorgenommen. Ans Tageslicht kam alles, nachdem sich die Mädchen während der Abwesenheit des Peinigers gegenüber der Dorfleiterin anvertraut haben.

Die Übergriffe sollen sich gegenüber mindestens 6 Mädchen und über mindestens vier Jahre ereignet haben. Laut Jugendwohlfahrt werden Kinder in einem Kinderdorf untergebracht, wenn die leiblichen Eltern aus unterschiedlichen Gründen nicht für sie sorgen können.

In einer früheren Presseanfrage begründet Viktor Trager, Pressesprecher von SOS Kinderdorf Österreich, derartige Gründe mit Überforderung in der Erziehung, Alkohol- und Drogenprobleme der Eltern aber auch sexuellen Missbrauch. Der Homepage von SOS Kinderdorf Österreich aber auch einem Blog einer Kinderdorfmutter aus Seekirchen zu entnehmen, kommen die Kinder schwer traumatisiert in die neue Pflegefamilie und haben viel schlimmes erleiden müssen.

Das Int. Network of Human Rights hat bereits mehrfach auf die Missstände in derartigen Einrichtungen hingewiesen und sah sich aufgrund dessen seitens SOS Kinderdorf Österreich sogar mit einer Unterlassungsklage konfrontiert.

Weshalb die Übergriffe durch die Kinderdorf Mutter nie entdeckt wurden, konnte der Geschäftsführer des Vorarlberger Kinderdorf, Christoph Hackspiel, bei einer heute eilig einberufenen Pressekonferenz nicht beantworten.

Patricia Göller von der Initiative Sorgentreff hingegen, sieht in diesem Vorfall wiederum keinen Einzelfall. Demnach fristen unzählige Kinder in österreichischen Kinderdörfern, während Eltern mit Anwälten vor Gerichten ihre Unschuld erkämpfen müssen. Nicht selten spielen dabei Missbrauchsvorwürfe ein gewichtige Rolle, die nicht zuletzt durch perfide Handlungen von Bekannten und Verwandten insziniert werden. Letztlich bleiben zerbrochene Herkunftssysteme und Kinder ohne Ursprung, wie Patricia Göller aus ihrer Arbeit mit leiblichen Eltern nur zugut weiß.

Unterdessen wurde der Tatverdächtige festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Laut Hackspiel hätten sich die Übergriffe ausschließlich in dieser einen Kinderdorf Familie abgespielt und hat diese Familie in den letzten 12 Jahren rund 15 Kinder betreut.

Für den Tiroler Investigativ Journalisten Stephan Pfeifhofer zeugt dieser Vorfall wieder einmal nur für die Spitze des Eisberg. Er ortet schon seit Jahren unzählige Vorfälle in derart heilen Organisationen. Besonders bedenklich empfindet Pfeifhofer den kontinuierlichen Spendenmarathon dieser Trägerschaften, die laut Pfeifhofer nur eines zum Ziel haben, die unermüdliche Bereicherung.

Pfeifhofer befasst sich nunmehr seit rund 4 Jahren mit der österreichischen Jugendwohlfahrt und steht aufgrund seiner Berichterstattung immer wieder mit leiblichen Eltern und ihrem Schicksal in Kontakt.


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